Fort La Latte – die Burg am Ende der Welt
Heute besuchen wir einen der spektakulärsten Orte der Bretagne: Fort La Latte. Majestätisch thront die mittelalterliche Festung auf einer steilen Felsklippe, rund 70 Meter über dem Meer. Umgeben von den Wellen des Ärmelkanals und den schroffen Klippen der Smaragdküste zählt sie zu den meistfotografierten Burgen Frankreichs.
Schon von weitem wirkt das Fort wie aus einem Abenteuerfilm – und tatsächlich diente es bereits mehrfach als Filmkulisse. Unter anderem wurden hier Szenen des Hollywood-Klassikers „Die Wikinger“ mit Kirk Douglas und Tony Curtis gedreht. Kein Wunder: Kaum ein Ort verbindet Geschichte und dramatische Landschaft so eindrucksvoll.
Ein Blick in die Geschichte
Die Burg wurde im 14. Jahrhundert von Étienne III. Goyon erbaut und trug ursprünglich den Namen Château de la Roche Goyon. Ihre Aufgabe war es, die Bucht von Saint-Malo und die Zufahrt zur Rance zu überwachen.
Im Laufe der Jahrhunderte wurde die Festung immer wieder erweitert und verstärkt. Im 17. Jahrhundert ließ der berühmte Festungsbaumeister Sébastien Le Prestre de Vauban, der im Auftrag Ludwigs XIV. zahlreiche Küstenbefestigungen errichtete, auch Fort La Latte modernisieren. Viele der heute sichtbaren Verteidigungsanlagen gehen auf seine Pläne zurück.
Erstaunlich ist, dass die Burg niemals dauerhaft zerstört wurde. Dadurch zählt sie heute zu den am besten erhaltenen mittelalterlichen Küstenfestungen Frankreichs.
Unser Rundgang
📍 Start: Parkplatz Fort La Latte
Schon vom Parkplatz aus führt ein wunderschöner Weg über die Heidelandschaft in Richtung Burg.
Nach wenigen Minuten eröffnet sich ein erster atemberaubender Blick auf die Festung, die scheinbar direkt aus dem Felsen herauswächst.
1. Die Zugbrücke
Der Zugang erfolgt über die historische Zugbrücke.
Stellt euch vor, wie Händler, Ritter und Soldaten diesen Weg bereits vor über 600 Jahren gegangen sind. Damals schützten hohe Mauern, Wassergräben und schwere Tore die Burg vor Angreifern.
2. Der Innenhof
Im Burghof entdeckt ihr:
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die alte Kapelle
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den Brunnen
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ehemalige Wohngebäude
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Wehrgänge und Verteidigungsanlagen
Von hier aus bekommt man einen guten Eindruck davon, wie das Leben auf einer mittelalterlichen Festung ausgesehen haben könnte.
3. Der Wehrgang
Über steile Treppen gelangt ihr auf die Wehrmauern.
Von dort bieten sich fantastische Ausblicke auf:
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den Ärmelkanal
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die zerklüfteten Klippen
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das Cap Fréhel
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die Smaragdküste
An klaren Tagen reicht der Blick bis zur Bucht von Saint-Malo.
4. Der Leuchtturm und die Klippen
Direkt neben der Burg beginnt einer der schönsten Abschnitte des GR34, des berühmten Zöllnerpfades.
Schon wenige Schritte genügen, um immer neue Perspektiven auf das Fort zu entdecken. Viele der bekanntesten Fotos der Burg entstehen nicht im Inneren, sondern von den Wanderwegen rund um die Klippen.
Eine kleine Geschichte
Der Name Fort La Latte entstand übrigens erst viel später. Ursprünglich hieß die Burg Château de la Roche Goyon, benannt nach der Adelsfamilie, die sie erbauen ließ.
Im Laufe der Zeit setzte sich jedoch der Name des nahegelegenen Küstenabschnitts – La Latte – immer mehr durch. Heute kennt fast jeder die Festung unter diesem Namen.
Unsere Route auf einen Blick
🚶 Start: Parkplatz Fort La Latte
➡️ Zugbrücke
➡️ Innenhof
➡️ Wehrgang
➡️ Aussichtspunkte rund um die Burg
➡️ kurzer Spaziergang auf dem GR34
Strecke: ca. 2–3 Kilometer
Dauer: etwa 2 Stunden mit Besichtigung
Schwierigkeit: leicht bis mittel (einige Treppen und unebene Wege)
🐕 Mit Hund: Hunde sind auf dem Außengelände und den Wegen rund um die Burg willkommen. Im Inneren der Burg gelten je nach Betreiber und Saison unterschiedliche Regelungen. Bitte informiert euch gegebenenfalls vor dem Besuch.
Unser Tipp
Nehmt euch nach der Besichtigung noch etwas Zeit für einen Spaziergang auf dem GR34 in Richtung Cap Fréhel. Von dort eröffnet sich der wohl schönste Blick auf das Fort: Die Burg scheint förmlich auf den Felsen über dem Meer zu schweben – ein Anblick, den ihr so schnell nicht vergessen werdet.
Fort La Latte ist weit mehr als eine Burg. Es ist ein Ort, an dem Geschichte, Natur und die Kraft des Meeres auf einzigartige Weise zusammenkommen – und einer der eindrucksvollsten Plätze der gesamten Bretagne.